Hundesteuer in Ladenburg: Mehrheit beschließt neue Satzung — wir haben uns enthalten
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 21. Oktober 2026, mehrheitlich eine neue Hundesteuer-Satzung beschlossen. Sie tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.
Was sich ändert
Für die meisten Hundehalter in Ladenburg ändert sich nichts. Die deutlichste Änderung betrifft sogenannte Listenhunde: Für den ersten Listenhund sind künftig 600 Euro jährlich zu zahlen — bisher waren es 108 Euro, die Steuer wird also mehr als verfünffacht. Für jeden weiteren Listenhund fallen 1200 Euro an. Die Befreiung von der Steuer beim bestandenen Hundeführerschein gilt für Listenhunde nicht.
Als Verbesserungen werten wir andere Neuerungen der Satzung: Neu von der Steuer befreit sind Hunde für Diabetiker und Epileptiker sowie Jagdhunde.
Wie wir abgestimmt haben und warum
Die Satzung wurde mehrheitlich angenommen. Gegenstimmen kamen von Sophian Habel (CDU) und Frank Kresse (BfL). Unsere beiden Gemeinderäte, Ernst Peters und Jens Riemenschneider, haben sich enthalten.
Der Grund für unsere Enthaltung: Die Satzung enthält einige Punkte, die aus unserer Sicht Verbesserungen sind — sie ganz abzulehnen, wäre falsch gewesen. Die Erhöhung der Steuer für Listenhunde von 108 auf 600 Euro halten wir jedoch für unverhältnismäßig, und die vorgesehene Ausnahme des Hundeführerscheins gilt für Listenhunde ausgerechnet nicht. Hinzu kommt: Der Bestandsschutz für die wenigen Halter, die bereits heute einen Listenhund besitzen, wurde nicht übernommen. Wer seinen Hund schon hat, zahlt ab 2027 den vollen neuen Satz. Ernst Peters wurde in der Sitzung mit den Worten zitiert, die Erhöhung sei „etwas zu hoch" (Rhein-Neckar-Zeitung, 23.10.2026).
Hintergrund und Ausblick
Die Verwaltung begründete die neue Satzung unter anderem damit, dass sich die Steuermarke von 1,50 Euro auf 10 Euro verteuert. Bürgermeister Stefan Schmutz kündigte an, die Satzung zunächst ein Jahr laufen zu lassen und sie danach zu überprüfen.
Wir werden uns daran messen lassen, ob die Überprüfung tatsächlich stattfindet — und werden uns dabei weiter dafür einsetzen, dass der Bestandsschutz für die derzeitigen Halter nachgezogen wird.
Quelle: Bericht der Rhein-Neckar-Zeitung vom 23. Oktober 2026 über die Gemeinderatssitzung vom 21. Oktober 2026; ergänzt um unsere eigene Position.